Diese Seite enthält nur Hinweise zum speziellen Aufbau unserer
Heizungsanlage. Allgemeine Hinweise zur Heizungsoptimierung stehen hier.
Eine Seite mit allgemeinen HeizungsFAQs ist hier.
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BHKW-Innenleben (ohne Schallschutzverkleidung) |
Die Anlage basiert auf einem Öl-BHKW (HKA oder KWK) der Firma Senertec,
dem 'Dachs', welches mit einer
thermischen Nennleistung von 10,3 kW angegeben ist.
Zur besseren
Ausnutzung des eingesetzten Brennstoffs ist ein
Abgaswärmetauscher (BWT) nachgeschaltet worden. Dieser
Wärmetauscher bringt in unserem Aufbau noch mal 1,0 … 1,6 kW
Wärmeleistung, so daß sich eine Gesamteistung von 11,3 bis
12 kW ergibt. Dieser Aufbau steigert die Energieausbeute um ca. 700 Wattstunden
pro Liter Heizöl (entspricht ca. 6,8% des Energieinhaltes von Heizöl).
Allerdings gibt es eine ungünstige Kopplung zwischen Wirkungsgrad
und Rücklauftemperatur auf Seiten des Abgaswärmetauschers: Der
Wirkungsgrad des BWT verringert sich mit steigender
Rücklauftemperatur deutlich. Die Rücklauftemperatur wiederum
ist abhängig von der Vorlauftemperatur und steigt mit ihr
an.
In der Praxis heißt dies, daß der BWT nur in der
Übergangszeit seine maximale (optimale) Energie liefert. In der
kalten Jahreszeit werden höhere Vorlauftemperaturen benötigt
und damit sinkt indirekt die Energieabgabe des BWT.
Die Senertec-Anlage wurde mit einer recht umfangreichen Steuerung ausgeliefert, es war jedoch kein Platz für einen Vorlauftemperaturregler vorgesehen. Deshalb muß die Vorlauftemperatur der Heizkörper durch einen externen Reglers gefahren werden. Weiteres Manko ist die fehlende Netzwerkfähigkeit, so daß wir uns entschieden haben, die komplette Steuerung in einem externen (Industrie-) Regler vorzunehmen. Außerdem ist es in einem Altbau, wie in unseren Fall, notwendig die Energiebevorratung stark zu optimieren - und das läßt sich mit dem gewählten Regler hervorragend steuern.
Die Senertec-Steuerung enthält bereits die Software zum optimalen Betrieb mehrerer BHKWs im Parallelbetrieb und zur Verwaltung einer weiteren externen Wärmequelle (z.B. Heizkessel). Diese Aufgaben werden im Normalfall nicht von einem einfachen Heizungsregler verwaltet und sind daher als zwingender Bestandteil des BHKW Lieferumfangs zu sehen. Als Folge musste aber wohl die 'einfache' Funktion Vorlauftemperaturregler den anderen, hier nicht genutzten, Eigenschaften geopfert werden.
Gleichzeitig mit dem Austausch unserer Heizungsanlage mußte auch der Schornstein saniert werden, da dieser für die zu erwartende niedrige Abgastemperatur des BHKW ungeeignet war. Das neue BHKW liefert 'von Haus aus' bereits eine zu niedrige Abgastemperatur, als daß die Abgase in einen 'unbehandelten' alten Schornstein geleitet werden dürften. Der nachgeschaltete Brennwertwärmetauscher (BWT) setzt die Abgastemperatur nochmals stark herab (etwa auf Heizungsrücklauftemperatur).
Warum schadet die niedrige Abgastemperatur? Das hier installierte BHKW
wird mit Öl betrieben.
Bei dem Verbrennungsprozess entstehen Abgase, die u.a. Wasserdampf und - sehr wichtig -
Schwefelsäure enthalten.
Vor der Sanierung wurden diese Abgase durch die
hohe Abgastemperatur durch den Schornstein 'gejagt'. Bei dieser Art der
Schornsteinnutzung ist es zwingend notwendig auch an der Schornsteinspitze noch
eine sehr hohe Temperatur zu erreichen.
Kühlen die Abgase zu stark ab (unter die Taupunkttemperatur),
so schlagen sich die ansonsten gasförmigen Anteile
als flüssiges Kondensat an den
Innenwänden des Schornsteins nieder.
Damit wird jeder normale Schorn-Stein auf die Dauer zerfressen (Versottung).
Von daher war es notwendig, ein
wasser- und säurefestes Abgasrohr in den Schornstein einzuziehen.
Wir haben uns für ein Kunststoffrohr,
das eine Temperaturbeständigkeit bis
150° Celsius hat, entschieden. Das aus dem BWT ablaufende Wasser wird
vor der Einleitung in die Kanalisation neutralisiert.
Aufgrund der seit 1.1.2003 neuen Vorschriften
bezüglich des Schwefelgehaltes im leichten Heizöl, stellt sich allerdings
die Frage, inwieweit die säurebetreffenden Maßnahmen noch erforderlich sind.
Die alte Heizungsanlage benötigte zur sauberen Verbrennung viel Luft. Das jetzt
installierte BHKW braucht fast nur die zur Verbrennung des Treibstoffs notwendige
Luftmenge (kein Luftüberschuß). Daher kann das BHKW seinen Luftbedarf direkt aus
dem Heizungskeller entnehmen (pro Liter Heizöl werden 9,6m³ Luft benötigt),
für die alte Anlage war die Sicherstellung einer
Luftzufuhr notwendig. Die externe Luftzufuhr macht allerdings besonders im
Winter Sinn, da ein Verbrennungsmotor seinen Wirkungsgrad erhöht, wenn die zugeführte
Luft kälter wird! Daher ist bei einem Motor eine Luftvorwärmung sinnlos,
sie wäre kontraproduktiv!
Als Regler dient der PICS, ein 19"-Standard-Regler der Firma MKC
für den Industrieeinsatz. Das Gerät verfügt
standardmäßig über einen Netzwerkanschluß und
Anschlußmöglichkeiten für mehrere serielle Geräte
mit unterschiedlichen Schnittstellenstandards. Das Senertec-BHKW haben
wir über eine serielle Schnittstelle angebunden. Auf diese Weise
können die Daten des BHKW 'online' auf diesen Seiten dargestellt
werden.
Eine weitere Schnittstelle bedient einen externen (Strom-)Zähler,
womit wir die Daten über die aktuelle Netzspannung (jede Phase)
sowie den aktuellen wahren Phasenwinkel neben den echten Verbrauchs- und
Produktionsdaten bekommen.
Die eigentliche Stärke des PICS
liegt aber in der Anzahl der
unterschiedlichen Prozess-Ein- und Ausgänge. Zur Veranschaulichung
hier das Schaubild der Kopplung zwischen PICS und BHKW:
Zusätzlich sind noch weitere analoge Eingänge mit diversen
Temperaturfühlern beschaltet. Der PICS steuert
auch die Zusatzheizung an und schaltet die Umlaufpumpen
(Heizung und Brauchwasservorwärmung) ein.
Als leistungsfähiger Rechner hat der PICS auch noch die
Aufgabe, neben der Echtzeitregelung und der Kopplung (Seriell,
Netzwerk) eine Energiebilanzierung der Heizungsanlage
mitzuführen.
Sämtliche erfassten Daten werden zyklisch in eine Datenbank auf
einem externen Server eingespeist.
Über die Netzwerkschnittstelle kann die Heizungssteuerung jederzeit fernbedient
werden.